Notizen

§ Aus der Neue Züricher Zeitung vom 29. Mai 2007, S. 39
Die Vereinheitlichung des schweizerischen Zivilprozessrechts, die derzeit im Ständerat beraten wird, steht u.a. unter der Devise wieder schlichten statt richten. Die Ständeratskommission hat allerdings davon abgesehen, Mediation als Alternative zur behördlichen Schlichtung anzuerkennen. Man wolle den Kantonen die Medation als außergerichtliche Streitbeilegung nicht vorschreiben. (HJ)


§ Eine Stimme zur Mediation in Spanien
Für einen Ausbau alternativer Streitbeilegungsmechanismen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt plädiert man auch in Spanien. Mit Blick auf die Opfer –bei denen es sich fast ausschließlich um Frauen handele- betonte die spanische Strafrechts- und Kriminologieprofessorin Elena Larrauri in einem Interview mit dem Diario Vasco vom 2. März 2007, dass es diesen oftmals gar nicht daran gelegen sei, dass der Täter „ins Gefängnis gehe“. Vielmehr wolle das Opfer nur in Frieden gelassen werden, was durch eine Mediation, in der die betroffenen Frauen die Grundlagen der Vereinbarung mitbestimmten, erreicht werden könne. (KN)


§ Schiedsleute im Saarland
Einem Beitrag in der Saarbrücker Zeitung vom 22. März 2005 (Seite C 3) kann man entnehmen, dass im Saarland 230 Schiedsleute tätig sind. Sie werden auf der Grundlage des Landesschlichtungsgesetzesvom 30. Juni 2001 tätig. Pro Jahr fallen 1000 bis 1500 Schiedsverfahren an. (HJ)



§ Historisches:
Einem bedeutenden Werk entnehmen wir folgenden Text, der eigentlich ganz gut zu dem Thema „Mediation“ und der allgemeinen Ausrichtung unseres Forums passt:
„Da finden sich solche, denen es genügt, den erstbesten Fremdling, der über ihre Berge gewandert kommt, um die Schlichtung ihrer Streitigkeiten zu bitten. Andere wählen am Markttag einen aus ihrer Mitte, der auf der Stelle über all ihre Zwistigkeiten entscheidet. Welches Risiko würden wir denn eingehen, wenn die Weisesten unter uns auch die unsren auf diese Weise schlichteten: nach Augenschein und jeweiliger Sachlage, ohne an Präzendenzfälle gebunden zu sein oder solche schaffen zu müssen? Jedem Fuß seinen Schuh!

Wer ist der Autor? Über eine Rückantwort würden wir uns freuen. (HJ)



§ Stefanie Tränkle (Soziologin und Romanistin) ist Mitarbeiterin der kriminologischen Forschungsgruppe des Freiburger Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht. Sie promoviert mit einer soziologisch ausgerichteten Arbeit über das Thema „Strafrechtsmediation in Deutschland und Frankreich“, ein Forschungsprojekt, das in das Laboratoire Européen Associé integriert ist. Sie hat uns freundlicherweise eine deutsche und eine französische Kurzpräsentation zu ihrem Dissertationsprojekt zur Verfügung gestellt. (HJ)